CROCKETSpielordnung
des Reinbeker Crocket-Clubs
§ 1 Allgemeine Regeln
1. Es wird streng nach den Crocket-Regeln der Hanseatischen Spielordnung vom
01.05.1997 gespielt.
2. Schiedsrichter
bei allen Regelanwendungen bzw. -auslegungen sind die am aktuellen Spiel beteiligten
Spieler, bei Foulspiel (im Sinne von 1.3) die nicht am Foulspiel beteiligten
Spieler. Die Präferenz der Entscheidungsmodi folgt der aristotelischen
Endoxa (Aristoteles von Stageira, 384 bis 322/21 v. Chr.).
Danach entscheidet:
1.der Konsens der Beteiligten
2.die Mehrheit der Beteiligten
3.der Konsens der Weisen
4.die Mehrheit der Weisen
5.die anerkannten Weisen.
3. Es wird scharf gespielt. Falsches Schlagen, Mißachten der Reihenfolge
oder sonstige Regelverstöße nach den §§ 2,3,4 führen
zur sofortigen Rückversetzung der betreffenden Kugel(n)
in die Position vor dem Regelverstoß. Das vorsatzlose Vergehen zieht einen
Strafschlag, bedeutend einmaliges Aussetzen beim nächsten Zug, nach sich.
Der Schiedsrichter kann in Ausnahmefällen auf Rücksetzen ohne Strafschlag
entscheiden.
Absichtliches Foulspiel oder Betrugsversuch jeglicher Art wird mit sofortiger
Disqualifikation vom Spiel geahndet, bei schwerem Vergehen vom Turnier. Die
Spielkugel wird aus dem Parcours genommen oder vom Schiedsrichter als tot erklärt,
wobei sie in die Vor-Straf-Position als passiver Gegenstand gebracht wird.
§ 2 Spielablauf
1. Zu Spielbeginn steckt der Schiedsrichter den Parcours oder bestimmt dazu
den von ihm kontrollierten Platzwart. Der Parcours besteht aus dem Startholz,
den in der Anzahl zu wählenden Toren und dem Zielholz. Die Torreihenfolge
und die jeweilige Tordurchspielrichtung wird bei der Platzbegehung festgelegt.
2. Der Veranstalter
stellt die einheitlichen Spielkugeln, von denen jeder Spieler zu Tunierbeginn
eine auswählt.
3. Gespielt wird in Runden mit jeweils einem Schlag pro Spieler. Jeder Spieler
schlägt, wenn er nach der in 2.4 festgelegten Reihenfolge am Zug ist. Ein
Zug beginnt nach Stillstand der Kugel des Vordermannes und endet bei sicherer
Ruhelage der eigenen.3.
Die Partie wird mit der Annäherung zum Startholz eröffnet in der Abfolge,
die der aktuellen Ranglistenposition entspricht. Durch den Abstand der Spielkugeln
zum Startholz wird die Reihenfolge festgelegt; der erste Direkttreffer beginnt
gefolgt vom nächsten Direktanschlag. Danach folgt der jeweils Dichtestliegende.
Nach selbst erspielter Stabberührung schließt sich unmittelbar ein
weiterer Schlag an.
4. Ist der Anschlag erfolgt, muß die Kugel, sofern sie in die Wertung
kommen soll, die Tore in der vorher festgelegten Reihenfolge und Richtung (siehe
2.1) zum Anschlag beim Zielholz durchlaufen. Sie ist unmittelbar nach dem Zielanschlag
vom Parcours zu entfernen. Prinzipiell ist der Weg einer Kugel frei wählbar.
5. Ist eine
Kugel nicht spielbar, darf sie auf Kosten eines Strafschlages an die Stelle
zurückgelegt werden, wo sie das bespielbare Feld verlassen hat.
6. Eine Kugel, die nach dem Ausrollen 10 Sekunden an einer Stelle verharrt,
ruht. Bewegt sich die Kugel danach aus einem nicht dem aktiven Spiel zuzurechnenden
Grund, wird sie zurückgelegt.
7. Ein Tor ist genau dann durchspielt, wenn der Mittelpunkt einer Kugel die
zum Boden unter dem Tor senkrechte Fläche, welche die Verbindungsgerade
durch die Einsteckpunkte des Tores beinhaltet, im Torinneren überquert
hat, wobei Torreihenfolge und -durchspielrichtung nach 2.1 eingehalten worden
sind. Springt das Tor hierbei aus der Verankerung, zählt die ursprüngliche
Position. Der Spieler, der mit seiner Kugel ein Tor durchspielt hat, ist unmittelbar
noch einmal am Zug.
8. Sieger (und gleichsam Erster) ist der Spieler, dessen Kugel gemäß
2.1, 2.5 als erste das Zielholz berührt hat. Die nächsten erhalten
je nach Anschlag die Plazierung mit fortlaufender natürlicher Zahl.
§ 3 Schlag & Schläger
1. Ein Spieler benutzt ein und denselben Schläger pro Spiel. Ein Schlägerwechsel
ist nur dann erlaubt, falls der aktuelle Schläger nach einem unabsichtlich
herbeigeführten Defekt unspielbar geworden ist. Reparaturen am Schläger
während des Spiels sind erlaubt, pro Spiel besteht eine einmalige Reparaturzeit
bis zu 3 Minuten.
2. Eine Kugel
darf nur mit dem Schläger gespielt werden. Die Spielkugel muß aus
dem Schwung geschlagen werden, ein Schieben oder Führen ist verboten.
3. Der Schläger darf in beliebiger Weise 3 eigenhandbreit über dem
Schlägerfuß an der Schlägerstange gegriffen werden. Als gültige
Trefffläche zählen die beiden Stirnseiten des Schlägerfußes,
nicht jedoch die Querseite.
4. Ein Schlag darf nur gegen die eigene Kugel erfolgen. Eine Berührung
des Schlägers mit einer fremden Kugel ist ein Fehlschlag. Erlaubt ist das
Touchieren eines Tores mit dem Schläger, soweit dieses nicht beschädigt
oder aus der Verankerung gerissen wird (gleiches gilt für Start- und Zielholz).
5. Ein ausgerissenes Tor wird sofort am ursprünglichen Ort reinstalliert.
Ein schiefes Tor kann nach Wunsch des am Zug befindlichen Spielers, welcher
das betreffende Tor als sein nächstes anspielt, in die Anfangs stellung
zurückgebracht werden.
6. Ein Schlag gilt als durchgeführt, wenn die physikalische Wirkung des
Schwunges die Kugel bewegt hat.
§ 4 Crockade
1. Hat eine Kugel das Startholz berührt, ist sie zur Crockade aktiv. Schlägt
der am Zug befindliche Spieler seine Kugel gegen die eines anderen Spielers,
erfolgt eine Crockade, sofern beide Kugeln zur Crockade aktiv sind. Andernfalls
ergibt die Karambolage keinen Zusatzschlag. Die Crockade ist pro Zug einmal
mit jeder weiteren Kugel möglich. Eine im laufenden Zug bereits crockettierte
Kugel ist bis zum Zugende passiver Gegenstand.
2. Bei der
Crockade wird die mit der eigenen Kugel berührte gegnerische Kugel beliebig
an die ruhende eigene gelegt; so daß die Kugeln ohne Hilfsmittel stabil
liegen. Danach erfolgt direkt ein Zusatzschlag des Spielers, welcher am Zug
ist. Dieser darf dabei seine Kugel (zur Crockade) mit seinem Fuß arretieren.
Berührt die Spielkugel in einem Lauf mehrere andere, werden alle betreffenden
Kugeln zusammengelegt.
Verläßt
eine Kugel nach einem Crockadeschlag das Spielfeld, ist sie ohne einen Strafschlag
dort wieder spielbar auf das Feld zu verbringen, wo sie es verlassen hat.
Reinbek, im Juli 2000
Reinbeker Crocket-Club
Die Mitglieder